AT Widerstand und Melancholie bei Judith Butler

Autonomes Tutorium der feministischen philosoph_innen frankfurt

mittwochs 16-18h im IG 0.457

Kontakt: femphil@riseup.net

Die Beschäftigung mit Melancholie ist zentral für verschiedene Phasen des Butlerschen Werkes. So versteht Butler bereits in ihren frühen Auseinandersetzungen zu Zweigeschlechtlichkeit und Heteronormativität Geschlechtszugehörigkeit als melancholische Identifikation: Gender entsteht demnach durch Identifizierung mit einem verlorenen Liebesobjekt, das nicht betrauert werden kann und das in Folge verleugnet werden muss. Dies gilt ebenso in einem allgemeineren Sinn für die Struktur von Subjektivität.

Aus dieser grundlegenden melancholischen Struktur vergeschlechtlichter Subjektivierungsweisen bietet Butler verschiedene Möglichkeiten der Emanzipation. Zum einen versteht Butler Melancholie selbst als Rebellion und als eine kritische Instanz. Hieran anschließend stellt sich die Frage, inwieweit aus der melancholischen Verhaftung selbst schon Widerstandspotentiale erwachsen.

Zum anderen lässt sich kritisches Potential auch darin fassen, dass Melancholie transformiert wird. So können die Sichtbarmachung von Verlusten, das Erleben von Trauer; sowie Parodie und Komödie als subversive Gegenstücke zu Melancholie gelesen werden. Hierbei spielt Trauer in den ethischen Schriften zur Gewaltlosigkeit eine grundlegende Rolle, in denen diese die konstitutive Abhängigkeit und Verwobenheit mit dem Anderen erst sichtbar macht.

Wir wollen uns zunächst mit den psychoanalytischen Grundlagen des Melancholie-Konzeptes – Freud und Kristeva – auseinandersetzen. Anschließend werden wir ausgewählte Texte Butlers in Hinblick auf Melancholie und dessen Widerstandspotential lesen.

Wir freuen uns auf alle Teilnehmer_innen – unabhängig von Vorwissen und Geschlechtszugehörigkeiten.

Erstes Treffen: 17. April um 16h im Feministischen Salon