AT „Kritische Unterbrechungen“ – zum Verhältnis von Dekonstruktion, Marxismus und postkolonial-feministischer Kritik im Werk Gayatri Spivaks

Autonomes Tutorium der feministischen philosoph_innen frankfurt

montags 18-20h im feministischen Salon (PEG 2G215)

Kontakt: femphil@riseup.net

Gayatri Spivak zeichnet besonders der Versuch aus, Theorien zu vereinen, die sich auf den ersten Blick widersprechen. Ihr Werk stellt einen Versuch dar, materialistische Kritik und Dekonstruktion in einen Dialog zu bringen: Einerseits erweitert sie die Marx‘schen Konzepte um den Einbezug des Globalen Südens in die Mehrwertproduktion und unterzieht diese einer dekonstruktiven Lesart. Andererseits macht sie Derridas Dekonstruktion für postkoloniale Kritik nutzbar und kritisiert diese von einem materialistischen Standpunkt aus. Ihr Ansatz ist dabei explizit kein Versöhnungsprojekt, sondern sie will Leerstellen und Begrenzungen beider Theorieansätze aufzeigen. Sie übt feministische Kritik an androzentristischen Strukturen und macht (neo-)koloniale Spuren sichtbar.

Ziel des Tutoriums ist es, uns gemeinsam Spivaks Vorgehen des aneinander Abarbeitens der verschiedenen Theorieansätze zu erschließen und ihre Interventionen in „klassische“ Wissensproduktion, Philosophie und feministische Theorie und Praxis nachzuvollziehen. Hinweise auf die von ihr postulierten Leerstellen in den genannten Strömungen wollen wir aufspüren und uns ihre zentralen Begriffe erarbeiten. Ausgehend davon werden wir ihr Projekt eingehend und kritisch überprüfen: Was „taugt“ die Vermittlung, was leisten ihre Begriffe und Analysen? In diesem Zusammenhang steht die Einbindung und Erarbeitung von Auszügen aus den Grundlagentexten der Autoren Derrida, Lévinas, Marx, Althusser und Deleuze. Welche Textauszüge das sein werden, hängt nicht zuletzt vom Interesse und den Vorkenntnissen der Teilnehmer_innen ab.

Erstes Treffen: 24.10.2016, 18h c.t. im Frauen*raum/Feministischen Salon